Orientierungshilfe Welpenkäufer

 

Im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Hundes spricht man oft nur von den Anforderungen an den Züchter - Für ein gutes Gelingen des gesamten Prozedere gibt es hierfür allerdings von beiden Seiten einige Dinge zu beachten.

Mit dieser Orientierungshilfe möchten wir Interessenten und Welpenkäufern ein paar Anregungen geben, wie man den (Erst-)Kontakt souverän und für beide Seiten angenehm meistert sowie einen Fauxpas vermeidet.

Der Kunde ist König – oder?
Dieser allseits beliebte und viel zitierte Spruch mag in unserer dienstleistungs- und kundenorientierten Gesellschaft richtig und angemessen sein, allerdings gilt hier zu hinterfragen; ab wann bin ich Kunde und verhalte ich mich auch angemessen, um wie ein König behandelt zu werden?
Selbstverständlich beabsichtigt man – sehr kaufmännisch betrachtet – eine geschäftliche Beziehung einzugehen und einen Kauf abzuschließen, der durch einen Vertrag besiegelt wird.
Der Erwerb eines Lebewesens ist aber nur sehr bedingt mit dem Erwerb beispielweise von Konsumgütern zu vergleichen und erfordert demzufolge auch eine andere Herangehensweise und eine abweichende Anspruchshaltung der beteiligten Personen. Hierzu möchten wir nachfolgend Anreize und Hilfestellungen geben.

Beginnen wir mit dem Erstkontakt.
Dieser erfolgt in der heutigen Zeit sehr häufig über das Internet. Neben der Homepage des Zwingers existiert in der Regel auch beispielwese eine Facebook-Page – eine Möglichkeit, um sehr problemlos und unkompliziert miteinander in Kontakt zu treten, Wurfankündigungen zu „posten“ oder den neusten Wurf in Bildern zu präsentieren. Leider haben wir uns in der heutigen Zeit sehr häufig angewöhnt unsere Anliegen so kurz und direkt wie möglich zu formulieren.
So kommt es beispielsweise, dass ein mehr oder weniger mühevoll gestaltetes Foto von Welpen, welche liebevoll und bestmöglich in Szene gesetzt wurden, mit folgendem Satz kommentiert wird: „Was kostet der schwarze da unten?“ (Das lässt sich im Übrigen nur durch „Preis?“ toppen). Die Intention dieser Frage ist eindeutig, ein Interesse ist offensichtlich vorhanden und der Welpe scheint auch zu gefallen – alles richtig gemacht, oder?
Was diese kurze, direkte Frage in vielen Züchtern auslöst, lässt sich nur erahnen. Einige nehmen es mit Humor, andere ignorieren es gänzlich und wieder andere Stellen ihr komplettes Handeln in Frage und sind zutiefst beleidigt.
Das „Ergebnis“ einer langen Vorbereitung, Planung und Hingabe, der „Verdienst“ der unzähligen schlaflosen Nächte, Sorgen und Entbehrungen wird mit einem lieblosen Satz kommentiert, der die Mühe und das Herzblut, welches der Züchter investiert hat, mit keiner Silbe würdigt. Davon ab – „der schwarze da unten“ das ist doch Herbert, er ist doch so ein bildhübsches Kerlchen und hat sich prima entwickelt, von den anfänglichen Startschwierigkeiten ist nichts mehr zu merken…

Die wesentliche Aussage dieses Abschnitts lässt sich recht deutlich resümieren – man interessiert sich nicht für ein „Ding“ und kauft keine „Sache“, sondern will ein Lebewesen in seinen Alltag integrieren.
Dieser Schritt lässt sich nicht mit einer kurzen, knappen Frage einläuten.
Ein gewisses Feingefühl ist beim Erstkontakt also wünschenswert. In der Regel ist ein Züchter nicht daran interessiert und auch nicht darauf angewiesen, seine Hunde unter solchen Umständen zu verkaufen.
Der erste Eindruck ist wichtig – also lohnt es sich auch hier etwas mehr Mühe zu investieren. Vielleicht kann man in einem kurzen Text in einer privaten Nachricht, einer E-Mail oder sogar einem Telefonat sein Interesse viel wahrheitsgemäßer und besser ausdrücken, als in einem lieblosen, viel zu kurzen Kommentar.

Gehen wir davon aus, dass der Erstkontakt erfolgreich war – Interessent und Züchter sind einander sympathisch. Haben sich bereits ein wenig übereinander informiert, der Interessent hat sich mit dem Zuchtziel des Züchters, den vorherigen Welpen und den bestehenden erwachsenen Hunden vertraut gemacht und weiß, worauf der Züchter wert legt. Beide verabreden sich zu einem Treffen, um die lieben Kleinen einmal kennenzulernen.

Der Besuch beim Züchter.
Ein fest vereinbarter Termin sollte zu aller erst von beiden Seiten ernst genommen und vor allem wahrgenommen werden. Wie bei allen Verabredungen ist das pünktliche Erscheinen das Fundament eines gelungenen Termins. Beide Parteien investieren Zeit, diese ist kostbar und das sollte man zu schätzen wissen.
Aus einem Besuch bei einem Züchter sollte nicht die kostengünstige Sonntag-Nachmittag-Beschäftigung werden. Dieser Termin sollte ein konkretes Ziel verfolgen – nämlich einander und die Hunde kennenzulernen. Den eigenen Hund mitzunehmen und in ein bestehendes Rudel welches ggf.seine Welpen verteidigt, mitzunehmen damit er mit den anderen "spielen " kann ist für den Züchter und dessen Hunde ein großer Störfaktor zumal fremde Hunde ein diverse Krankheiten einschleusen können!
Es ist ratsam sich bereits im Vorfeld einige Fragen zu überlegen, die bei diesem Termin beantwortet werden können. Stickpunkte können helfen nichts zu vergessen.
Zur eigenen Sicherheit sollte der Termin so effektiv wie möglich genutzt werden, um in Ruhe entscheiden zu können, wie der weitere Weg ist.
Um die Welpen nicht unnötig zu gefährden ist es wichtig, dass die Interessenten gesund sind, wenn Sie zu Besuch kommen.
Es ist ratsam vor dem Besuch saubere Kleidung anzuziehen, denn durch verschmutzte Kleidung könnten Krankheitserreger übertragen werden. Grade wenn mehrere Züchter besucht wurden, ist darauf zu achten, dass auch hier eine etwaige Ansteckungsgefahr unbedingt verhindert und vermieden wird.
Bei diesem Termin hat auch der Interessent noch einmal die Möglichkeit von sich und seinem Alltag, den Lebensumständen und der Wohnsituation zu erzählen. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit Fotos mitzubringen, um die Erzählungen zu veranschaulichen.
Alles in allem sollte darauf geachtet werden, dass man einander keine unnötige Zeit stielt. Der Züchter hat einen straffen Zeitplan zu diesem Zeitpunkt, denn die Welpen und das bestehende Rudel müssen schließlich versorgt werden.

Auch als Interessent oder potentieller Welpenkäufer sollte man also ein paar Dinge beachten, um ein gutes Gelingen des Welpenkaufs zu fördern.


Zusammenfassend lassen sich folgende Stichpunkte nennen:

· Der erste Eindruck ist wichtig – ein souveräner und wertschätzender Erstkontakt ist Gold wert
· Im Vorfeld ausreichend informieren (Rasse, Züchter, Zuchtziel, …)
· Im Vorfeld sehr gut überlegen, ob ein Hund ins Leben passt
· Im Vorfeld alle Umstände prüfen, ob es möglich ist, dass ein Hund in den Alltag integriert wird
· Termintreue
· Die Zeit des anderen respektieren
· Gute Vorbereitung – Fragen im Vorfeld notieren
· Den Termin sinnvoll nutzen
· Saubere Kleidung zum Schutz der Welpen
· Ehrlichkeit

Bitte beachtet, dass dies lediglich als Orientierungshilfe dienen soll.